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Die 8 Brokate im Qigong - körperliche und energetische Wirkung einer Tradition

23. Aug.
3 Min. Lesezeit

Die 8 Brokate im Qigong, auch Baduanjin genannt, gehören zu den bekanntesten Übungen des traditionellen chinesischen Qigong. Die sanften, fließenden Bewegungen verbinden Körperhaltung, Atmung und innere Aufmerksamkeit. Dadurch entsteht eine Übungspraxis, die sowohl auf den Körper als auch auf das Nervensystem und nach traditioneller chinesischer Vorstellung auf den Energiefluss des Qi wirkt.


Der Name „Baduanjin“ bedeutet sinngemäß „acht kostbare Gewebe“ oder „acht Brokate“. Das Bild beschreibt die Vorstellung, dass die acht Übungen den Körper wie einen wertvollen Brokatstoff dehnen, ordnen und harmonisieren. Die Bewegungen sind relativ einfach zu erlernen und können an unterschiedliche körperliche Voraussetzungen angepasst werden.


Physische Wirkung der 8 Brokate

Die besondere Wirkung der 8 Brokate entsteht durch das Zusammenspiel von langsamer Bewegung, bewusster Atmung und Achtsamkeit. Die Wirbelsäule wird sanft mobilisiert, Schultern und Hüften werden bewegt und verschiedene Muskelgruppen aktiviert. Gleichzeitig werden Gleichgewicht und Koordination geschult.

Wissenschaftliche Untersuchungen beschäftigen sich zunehmend mit der Wirkung von Baduanjin. Studien weisen unter anderem auf positive Effekte auf Gleichgewicht, Beweglichkeit, körperliche Funktion, Schlafqualität und Lebensqualität hin. Auch auf Blutdruck und Ruhepuls wurden positive Effekte beobachtet.

Durch die langsame und bewusste Bewegung kann zudem die Körperwahrnehmung verbessert werden. Viele Menschen erleben während oder nach der Praxis ein Gefühl von größerer körperlicher Weite und Entspannung. Besonders angenehm ist, dass Qigong nicht auf Leistung ausgerichtet ist. Es geht nicht darum, eine Bewegung möglichst weit oder perfekt auszuführen, sondern den eigenen Körper aufmerksam wahrzunehmen.

Auch die Atmung spielt eine wichtige Rolle. Sie wird während der Übungen ruhig und natürlich fließend. Dadurch entsteht eine Verbindung zwischen Bewegung und Atem, die zur Entspannung beitragen kann. Qigong wird deshalb häufig als sogenannte Mind-Body-Praxis bezeichnet, bei der körperliche Bewegung und mentale Aufmerksamkeit miteinander verbunden werden.


Die energetische Wirkung der 8 Brokate

Im traditionellen Qigong steht neben dem Körper das Qi, die Lebensenergie, im Mittelpunkt. Qigong bedeutet sinngemäß, mit dieser Lebensenergie zu arbeiten und sie zu kultivieren.

Aus Sicht der traditionellen chinesischen Medizin soll die regelmäßige Praxis der 8 Brokate den freien Fluss des Qi unterstützen und energetische Blockaden lösen. Die Übungen werden außerdem mit verschiedenen Meridianen und Funktionskreisen des Körpers in Verbindung gebracht.

Die erste Übung, bei der die Hände zum Himmel geführt werden, richtet den Körper auf und öffnet den Brust- und Bauchraum. Sie wird traditionell als Verbindung zwischen Himmel und Erde verstanden. Bei der zweiten Übung, dem „Bogen spannen“, werden Brustkorb und Schultern geöffnet und die Aufmerksamkeit fokussiert.

Das Trennen von Himmel und Erde in der dritten Übung erzeugt eine sanfte Verlängerung des gesamten Rumpfes. Traditionell steht diese Bewegung für das harmonische Zusammenspiel von Yin und Yang. Die folgenden Übungen mobilisieren unter anderem Wirbelsäule, Hüften und Beine und werden in der chinesischen Tradition mit verschiedenen energetischen Funktionen verbunden.

Besonders die sechste Übung, bei der die Hände in Richtung Füße geführt werden, wird traditionell mit den Nieren und der sogenannten ursprünglichen Lebensenergie in Verbindung gebracht. Die letzte Übung, das Heben und Senken der Fersen, dient schließlich dazu, die vorherigen Bewegungen zu integrieren und den Körper wieder in einen ruhigen, ausgeglichenen Zustand zu bringen.


Qigong als Verbindung von Körper und Geist

Die langsamen Bewegungen können helfen, aus dem hektischen Alltag herauszukommen und wieder stärker mit dem eigenen Körper in Kontakt zu treten.

Die 8 Brokate im Qigong sind weit mehr als eine Abfolge von acht Bewegungen. Sie verbinden Mobilität, Atmung, Konzentration und Entspannung miteinander. Körperlich können sie Beweglichkeit, Gleichgewicht und Körperwahrnehmung unterstützen. Auf mentaler Ebene können sie zur Ruhe und Entspannung beitragen. In der traditionellen chinesischen Lehre dienen sie außerdem dazu, den Energiefluss des Qi zu harmonisieren.


Qigong bedeutet, den Körper wieder zu spüren.


Hier kannst Du Praxis-Unterlagen zu den 8 Übungen herunter laden:


Hier geht es zu meinem Qigong Kurs an der Müggelseeperle:



Hier geht es zum Qigong Online-Kurs der Tradition Sui Shin Bo:





 
 
 

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