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Tapas - Wie hängen Ethik und Rhythmus zusammen?

  • 17. Apr.
  • 5 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 6. Mai


Die rasanten Entwicklungen hin zu Gewalt in Form von Kriegen, noch stärkerer Entwürdigung der Frau und unfassbare online Szenarien, die auch unsere Kinder ungeschützt erreichen, möchte ich mit diesem Beitrag meinen Teil dazu beitragen, hoffentlich etwas mehr der Hilflosigkeit der Menschen entgegenwirken zu können.


Ich nehme gern das Beispiel des Yoga zur Hand, denn darin kenne ich mich am besten aus und habe mir selbst mit Yoga den Erfahrungsweg erarbeitet, so dass ich authentisch, aus eigener Erfahrung heraus berichten kann. Und das ist genau das Stichwort: eigener Erfahrungsweg! Oft stellen wir heutzutage Information über die eigene Erfahrung und deshalb ist unser Bild verfälscht und beeinflusst von anderen. Wir glauben beispielsweise den Medien oder einem anderen Menschen mehr als das, was unser eigener Körper, unsere Intuition oder Instinkt uns sagt.


Ich habe selbst erfahren, wie viel Tapas -Disziplin- man braucht, nicht schlecht über sich selbst zu urteilen, wenn man „versagt“, nicht über andere zu urteilen, sondern erst einmal einfach zuzuhören. Das fällt manchmal schon schwer genug: das aufmerksame zuhören!

Selbst und das Gegenüber zu verstehen, bleiben einem verschlossen wenn man sich schon den nächsten Satz zurechtlegt, während der Andere spricht. Denn es ist ein unbewusstes Muster, das wir verfolgen, ein Programm das schon lange in uns abläuft, um unsere Perspektive zu verteidigen, denn die ist ja nur „ richtig“.

Ist es nicht bereichernd eine andere Perspektive einzunehmen? Und sei es nur für einen Augenblick? Anstatt dass wir alle zusammen an einer Lösung arbeiten, sehen wir immer noch alles getrennt und solange wir selbst nichts tun und nur auf andere zeigen, wird sich nichts bewegen.

Es ist nicht nur die Praxis der Gedankenreinigung oder -Beobachtung, die uns hilft in die Selbstermächtigung, noch besser zu mehr Frieden und Einklang zu kommen.


Fern von der Matte, ist Yoga etwas, was sich oft ganz unauffällig in den Alltag hinein entfaltet. Es kann auch jegliche andere Praxis sein, die du gerne machst, denn der Begriff Yoga ist oft weiter gefasst, als man in der modernen Welt denkt. Yoga ist so aktuell, denn die Tradition beinhaltet genau das, was unsere Zeit braucht: Verbindung! Selbst das Wort kann als Verbindung übersetzt werden.


Der Begriff Tapas, aus den ethischen Regeln der Yamas und Niyamas, beschreiben dabei eine innere Haltung, die weniger von strengen Regeln geprägt ist, sondern vielmehr von einem feinen Gespür für Balance. Besonders der Gedanke des Rhythmus spielt hierbei eine große Rolle – ein Pendeln zwischen Aktivität und Ruhe, zwischen Ausrichtung und Loslassen.


Tapas wird auch mit Disziplin übersetzt, doch im yogischen Sinne trägt dieser Begriff eine weichere, lebendigere Qualität in sich. Es ist eher ein inneres Feuer, das wärmt und bewegt, als eines, das verbrennt. Tapas zeigt sich in der Bereitschaft, dranzubleiben, sich auszurichten und immer wieder bewusst Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig erinnert es daran, dass echte Entwicklung nicht aus dauerhafter Anspannung entsteht, sondern aus einem gesunden Wechsel: Phasen der Hingabe dürfen sich mit Momenten der Ruhe abwechseln. In diesem Rhythmus kann sich Wachstum auf natürliche Weise entfalten.


Ich möchte dieses Thema ganz bewusst in diesem Blog ansprechen, denn ich erfahre immer wieder, wie die Menschen zwar Kurse auf dieser Plattform kaufen, sie jedoch nach einiger Zeit schleifen lassen. Der Mensch ist ein „Gewohnheitstier“ und auch ziemlich gemütlich, aber wie angesprochen ist es einfach wichtig dabei zu bleiben. Entweder seine eigenen Praxis daraus zu entwickeln, weiter zu stöbern und was neues zu suchen oder einfach nach einiger Zeit in einem „Rhythmus“ zu wiederholen. Wichtig ist einfach dabei zu bleibend, die „Fährte“ immer wieder neue aufzunehmen hin zu mehr Entwicklung wieder in die Verbindung zuerst mit sich selbst zu kommen und dann kraftvoll ins Außen zu treten, um wahrhaft präsent zu sein. Mit anderen präsent in Verbindung zu treten.


Die Yamas und Niyamas unterstützen dieses Verständnis. Sie sind keine starren Gebote, sondern eher Einladungen, das eigene Leben achtsamer zu gestalten. Die Yamas richten den Blick nach außen, auf unser Miteinander, während die Niyamas die Beziehung zu uns selbst vertiefen. Gemeinsam schaffen sie einen Raum, in dem sich ein harmonischer Lebensrhythmus entwickeln kann.


Ahimsa, die Gewaltlosigkeit, kann in diesem Zusammenhang als eine sehr feine Form von Fürsorge verstanden werden. Sie lädt dazu ein, nicht nur anderen, sondern auch sich selbst mit Sanftheit zu begegnen. Das bedeutet auch, die eigenen Grenzen wahrzunehmen und zu respektieren – nicht immer weiterzugehen, sondern manchmal bewusst innezuhalten.

Satya, die Wahrhaftigkeit, hilft dabei, ehrlich mit sich selbst zu sein: Wie geht es mir gerade wirklich? Was brauche ich im Moment?

Brahmacharya wiederum erinnert daran, achtsam mit der eigenen Energie umzugehen – sie weder zu zerstreuen noch zu unterdrücken, sondern in einem natürlichen Fluss zu halten.


Auch die Niyamas spiegeln diesen Gedanken des Rhythmus wider.

Santosha, die Zufriedenheit, bringt eine stille Qualität von Ankommen mit sich. Sie erlaubt es, den Moment so anzunehmen, wie er ist, ohne ständig etwas verändern zu müssen.

Saucha kann als regelmäßiges Klären und Ordnen verstanden werden – nicht nur im Außen, sondern auch im Inneren. Gedanken, Gefühle und Eindrücke dürfen kommen und wieder gehen. Svadhyaya, die Selbstreflexion, entfaltet ihre Wirkung besonders in der Wiederholung: im immer wiederkehrenden Hinschauen, ohne zu urteilen.

Ishvara Pranidhana lädt dazu ein, Vertrauen zu entwickeln – in den eigenen Weg und vielleicht auch in etwas Größeres, das uns trägt.


Wenn diese Prinzipien ihren Weg in den Alltag finden, zeigt es sich in kleinen Momenten, in einer bewussten Pause zwischen zwei Aufgaben, in einem freundlichen Gedanken sich selbst gegenüber, in der Entscheidung, nicht immer sofort reagieren zu müssen. Tapas wirkt nicht als Druck, sondern als sanfte Ausrichtung – wie ein innerer Kompass, der immer wieder neu justiert wird.


Gerade in einer Welt, die häufig von Schnelligkeit und ständiger Aktivität geprägt ist, kann dieser Zugang sehr wohltuend sein. Anstelle eines ständigen „Mehr“ entsteht ein Gefühl für das richtige Maß. Arbeit und Erholung, Engagement und Rückzug dürfen sich abwechseln. Es entsteht ein Rhythmus, der nicht von außen vorgegeben ist, sondern von innen heraus wächst.


So wird die yogische Ethik zu etwas sehr Lebendigem. Sie ist kein Ziel, das erreicht werden muss, sondern ein Weg, der sich Schritt für Schritt entfaltet. Jeder Tag bietet neue Möglichkeiten, sich ein wenig bewusster auszurichten, ein wenig achtsamer zu sein. Und gerade in dieser Wiederholung, in diesem sanften Rhythmus, liegt ihre eigentliche Kraft.


Letztlich erinnert uns diese Haltung daran, dass wir Teil eines größeren Ganzen sind – eines natürlichen Flusses, der sich nicht erzwingen lässt. Wenn wir lernen, uns diesem Rhythmus anzuvertrauen, entsteht oft ganz von selbst mehr Ruhe, Klarheit und Verbundenheit. Tapas, Yamas und Niyamas werden so nicht zu etwas, das wir umsetzen müssen, sondern zu etwas, das wir nach und nach verkörpern können, um aus der Hilflosigkeit herauszutreten. Aus unserem eigenen Erfahrungsweg heraus, können wir so in die Welt gehen mit dem Wissen, dass Frieden möglich ist.


Möglichkeiten Tapas zu entwickeln oder in den Frieden zu kommen, findest Du auf unserer Platform. Deshalb ist sie überheupt erst entstanden:


Hier ein paar Online-Kurse:





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